Betriebliches Gesundheitsmanagement ist von der Unternehmensstrategie bis zur Umsetzung ein vielschichtiger Prozess. Die Etablierung einer prozessorientierten Struktur schafft Synergien für die betriebliche Gesundheit.
Das Ziel sollte sein, die Arbeit so zu gestalten, dass Menschen nicht krank werden, sondern die positiven Impulse für die psychische Gesundheit zum Tragen kommen.

Was sind die „Top-Fehler“ bei der BGM-Umsetzung?

Fehler 1: Die Unternehmensleitung steht nicht hinter der Gesundheitspolitik

Die Unternehmensleitung ist Vorbild. Die größten Fehler sind die mangelnde Vorbildfunktion und Identifikation der Unternehmensleitung mit den gesundheitsfördernden Maßnahmen. Die Unternehmensleitung definiert die Gesundheitspolitik, den Rahmen für Maßnahmen und stellt die entsprechenden Ressourcen zur Verfügung. Gesundheit ist immer auch eine Frage von gelebten Werten im Unternehmen und ist somit auch immer wesentlicher Teil der Unternehmensführung.

Fehler 2: Akteure arbeiten nicht zusammen

Oftmals kommt es gerade am Anfang vor, dass sich einzelne Gruppen im Unternehmen mit dem Thema beschäftigen, aber sich nicht austauschen. So entstehen kleine „Paralleluniversen“, wo jeder für sich Ideen entwickelt, aber es keine Struktur oder gar Synergien gibt. Auch kommt es vor, dass keine gemeinsamen Ziele entwickelt oder keine Kompetenzen bzw Verantwortlichkeiten festgelegt wurden. Für einen erfolgreichen Prozess braucht es einen Verantwortlichen, der direkt der Unternehmensführung unterstellt ist und für die Einführung, Verwirklichung und Aufrechterhaltung zuständig ist.

Fehler 3: Fehlende operationalisierbare Ziele

Im BGM-Prozessen ist es wichtig messbare Ziele zu definieren und die Ziele nicht zu kurzfristig zu setzen. Gesundheitsrelevante Anliegen brauchen Zeit. Hier müssen Führungskräfte mit einbezogen werden, die in ihrer Vorbildfunktion und Fürsorgepflicht auch für die Mitarbeitergesundheit verantwortlich sind. Oft fehlt es auch an einer verschriftlichen Gesundheitspolitik und es bleibt lediglich „im Kopf“ oder zeigt sich in Maßnahmen, die jedoch kein konkretes Ziel verfolgen. Gesundheit braucht operationalisierbare Ziele, um diese durch Evaluationen zu begleiten und bei Fehlentwicklungen Veränderungen vorzunehmen.

Fehler 4: Mitarbeiter werden nicht ausreichend mit einbezogen

Mangelnde Kommunikation ist der häufigste Fehler in der Durchführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements. Die Mitarbeiter werden nicht nach ihren Bedürfnissen gefragt, nicht ausreichend informiert oder es kommen nicht die geeigneten Kommunikationsinstrumente zum Einsatz.

Die Identifikation der unterschiedlichen Zielgruppen im Unternehmen und deren kommunikativen Erreichbarkeit ist wesentlich für den Erfolg. Auch ist es nicht genug Informationen lediglich zur Verfügung zu stellen und darauf zu vertrauen, dass die Mitarbeiter sich die Informationen schon holen. Sehen Sie als Verantwortlicher Gesundheitspolitik als Bring- und nicht als Holschuld!

Fehler 5: Gesetzliche Anforderungen werden nicht angepasst

Auch die gesetzlichen Anforderungen entwicklen sich am Bedarf der Arbeitswelt weiter. So entstehen neue Gesetze und Anforderungen, die Unternehmen einhalten müssen. Oft werden diese vernachlässigt sowie werden die entsprechenden Schulungen in den Unternehmen nicht angeboten. Hier gilt es ,die Sorgfaltspflicht wahrzunehmen. Sie zählt zu den Maßnahmen, die Mitarbeiter für den Vertrauensaufbau benötigen.

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Beitragskommentare