Interne Gesundheitskommunikation

Was sind gesunde Organisationen?

Nur Organisationen mit gesunden Mitarbeitern sind kreativ und leistungsfähig. Gesunde Organisationen zeichnen sich durch niedrige Krankheitsraten, geringe Fehlzeiten, wenig Fluktuationen und ein gutes Arbeitsklima aus.

Der Einsatz von gesundheitsfördernden Maßnahmen soll Führungskräfte und Mitarbeiter unterstützen und dazu anhalten, bewusst und aktiv für ihre Gesundheit zu sorgen.

Maßnahmen zur Gesundheitsförderung sind beispielsweise:

  • Aufklärung zur gesunden Ernährungsweise
  • eine gesundheitsfördernde Arbeitsplatzgestaltung
  • eine gesundheitsgerechte Mitarbeiterführung
  • Verbesserung des Betriebsklimas
  • Verankerung von gesundheitsrelevanten Werten im Organisationsleitbild

Was ist der Nutzen einer strategischen Gesundheitskommunikation speziell zur psychischen Gesundheit?

Psychische Gesundheit ist ein sensibles Feld. Eine interne Gesundheitskommunikation speziell für psychische Belastungen und Gesundheit baut Vertrauen  nach innen und außen auf. Sie informiert und sensibilisiert für Früherkennungen.

Wie unterscheidet sich Gesundheitsmarketing von klassischer Werbung?

Klassische Werbung orientiert sich an kommerziellen Werbestrategien. Beim Thema Gesundheit und im Besonderen der psychischen Gesundheit müssen komplexe Inhalte und ein klarer Zusammenhang zwischen Risiko und präventiver Maßnahme vermittelt werden.

Die Herausforderungen von Informations-, Aufklärung- und Präventionskampagnen sind die prägnante Kommunikation von Risiken und den positiver Folgen.

Warum ist der Wille der Geschäftsführung für eine erfolgreiche Gesundheitskommunikation wesentlich?

Führungskräfte sind Vorbilder. Mitarbeiter müssen sich gerade bei den Themen der psychischen Belastung und Gesundheit von ihren Vorgesetzten geschützt fühlen. Die Implementierung von psychischen Themen erfordert Offenheit und Vertrauen, die als ersten Schritt von der Führung vorgelebt werden müssen.

Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz

Lohnen sich Investitionen in die psychische Gesundheit der Arbeitnehmer?

Ja. Gesunde Führungskräfte und Mitarbeiter sind nachweislich produktiver und machen weniger Fehler.

Was kann als Arbeitgeber konkret getan werden?

Als Arbeitgeber können eine Reihe von konkreten Maßnahmen unternommen werden, um die psychische Wohlbefinden der Mitarbeiter nicht zu gefährden. Das reicht von einer optimalen Arbeitsplatzgestaltung, über eine flexible Arbeitsgestaltung bis zu Aufklärungs- und Informationskampagnen, Schulung von Führungskräften und kontinuierlichen Seminarangeboten.

Was hält Arbeitnehmer psychisch gesund?

Die Arbeit ist ein wesentlicher Faktor der Lebensgestaltung von Menschen. Die Praxiserfahrungen zeigen, dass eine psychische Gesundheit und Stabilität auch in Krisenzeiten erhalten bleibt, wenn folgende Faktoren vorhanden sind:

  • ein hoher Grad an Handlungsspielraum und Autonomie
  • eine spürbare soziale Unterstützung von Kollegen und Vorgesetzten
  • Wertschätzung für die geleistete Arbeit

Wie wirkt Resilienz im Berufsalltag?

Resilienz sind die seelischen Widerstandskräfte, die in schwierigen Situationen als Ressourcen zur Verfügung stehen. Je bewusster sich jeder mit seinen Ressourcen und Energiequellen auseinandersetzt, desto besser werden diese im Notfall zur Verfügung stehen.

Im Berufsalltag sind mit Resilienz-Merkmale wie realistische Zielsetzungen, Vertrauen in die eigene Selbstwirksamkeit, emotionale Ausgelichenheit und Frustrationstoleranz wichtig.

Der Resilienzaspekt ist für Burnout-Gefährdete und stressgeschädigte Menschen ein wesentlicher Baustein im Coaching-Prozess.

Wie wirkt Achtsamkeit in Stresssituationen?

Achtsamkeit unterstützt in Stresssituationen die Kontrolle zu behalten und Ruhe zu bewahren. Die Möglichkeit sich innerlich von der Situation zu distanzieren und in eine Beobachterhaltung zu gehen, hilft, sich nicht von den Emotionen gefangen nehmen zu lassen.

In Stresssituationen wirken die bewusste Wahrnehmung der Gegenwart und die Konzentration auf den Atem positiv auf das eigene Erleben. Mit dem Einsatz unserer Sinne durch gerichtete Aufmerksamkeit auf körperliche Empfindungen wie Hören, Sehen, Riechen oder Tasten nehmen wir Kontakt zur Umwelt auf.

Die Praxis der Achtsamkeit muss regelmäßig geübt werden, damit sie in Stresssituationen zur Verfügung steht.

Psychische Belastungen am Arbeitsplatz

Was ist der Unterschied zwischen Eustress und Disstress?

Eustress und Disstress haben unterschiedliche Wirkungen auf das Erleben. Eustress lösen Aktivitäten aus, die zwar kräftezehrend sind, aber als angenehm und lustbetont empfunden werden. Hier reichen die vorhandenen Ressourcen zum Ausgleich aus. Disstress lösen Aktivitäten aus, die über die persönlichen Ressourcen hinausgehen.

Was sind Stressoren am Arbeitsplatz?

Die Messung psychischer und sozialer Belastungen am Arbeitsplatz sind aufgrund der individuellen Bewertung des Einzelnen schwierig. Häufig werden die Faktoren bei der Gewährungsbeurteilung im Betrieb nicht mit aufgenommen. Sie sind jedoch unverzichtbar in dem Prozess der psychischen Gesundheitsförderung.

Folgende Stressoren wirken auf den Arbeitsplatz:

  • mangelnde Arbeitsbedingungen
  • Termindruck und häufige Überstunden ebenso wie Unterforderung
  • fehlendeTransparenz von Entscheidungen
  • Ungewissheit über die erwartete Arbeitsleistung
  • mangelnde Transparenz in Betriebsabläufe
  • divergente Arbeitsanforderungen

Welche Möglichkeiten haben Betroffene?

Arbeitsbedingte psychische Belastungen entwickeln sich meistens schleichend. In einem ersten Schritt sollten die arbeitsbedingten Faktoren der Belastung konkret ausgemacht werden. In einem zweiten Schritt sollten Menschen außerhalb oder innerhalb der Organisation, je nach Vertrauensebene, kontaktiert werden. Der nächste Schritt ist, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wie gehe ich mit Mitarbeitern und/oder Kollegen um, die psychisch belastet sind?

Betroffene werden über die Beziehungsebene erreicht, d.h. hier muss Beziehungsarbeit für einen vertrauensvollen Boden geleistet werden.

Wie werden Gespräch zur beruflichen Wiedereingliederung geführt?

Die berufliche Wiedereingliederung sollte von Fachleuten begleitet werden. Zusätzlich ist es hilfreich, wenn Führungskräfte sich im Umgang mit dem Mitarbeiter schulen lassen. Das entlastet Führungskräfte.

Methoden – Seminare & Coaching

Was bedeutet Gesundheit nach dem Gestaltansatz?

Gesundheit wird nach dem Gestaltansatz als ein ungestörter Kontakt nach innen und außen definiert und die Fähigkeit eines Menschen, seine psychischen, geistigen, physischen und sozialen Bedürfnisse ohne Schaden für sich und seine Umwelt zu befriedigen. Das beinhaltet beispielsweise in Stresssituationen die individuellen Möglichkeiten, sich stimmig zur Situation und sozialen Umwelt abgrenzen zu können.

Was bedeutet "Gestalt?"

Auf der theoretischen Ebene stammt der Begriff der „Gestalt“ aus der Gestaltpsychologie und hat wenig mit der oft verwechselten Gestaltungstherapie zu tun. Eine „Gestalt“ ist ein vollständiger Kontaktprozess von der Assimiliation bis zur Integration.

Gestalt ist eine Lebensphilosophie und Haltung die in der Tradition der humanistischen Psychologie steht.

Wie wird methodisch in den Seminaren gearbeitet?

In den Seminaren wird erlebnisorientiert gearbeitet. Dazu zählen u.a. Bewegungseinheiten, Malprozesse, Arbeit mit Symbolen, Imaginationsreisen und der Austausch der Teilnehmer.

Wie wird im Coaching/ Online-Coaching gearbeitet?

Zuerst wir das Ziel für die aktuelle Zeiteinheit herausgearbeitet. Je klarer das Anliegen, desto klarer das Ergebnis.

Methodisch wird im Coaching/ Online-Coaching gearbeitet mit dem Gespräch, bewusster Wahrnehmung von Körperimpulsen und systemischer Aufstellungsarbeit.

Wie laufen System- und Organisationsaufstellungen ab?

Voraussetzungen in der Aufstellungsarbeit ist die Bereitschaft und Offenheit, auf dieser Ebene zu arbeiten und sich tiefer einzulassen.

Ein Aufstellungsseminar kann man nicht „verordnen“.

Wie ist der Ablauf einer Aufstellung?

Ein Schwerpunkt bei der Aufstellungsarbeit im beruflichen Kontext ist die Klärung des Anliegens. Die Vorbereitung auf eine Aufstellung ist eine wesentliche Voraussetzung, um effektiv und produktiv zu arbeiten.

Bei einem Vorgespräch wird das Ziel mit dem Auftraggeber herausgearbeitet und die Rahmenbedingungen abgesteckt. Bei Organisationsaufstellungen sind zusätzlich Informationen über Hierarchieverhältnisse, Dauer der Zugehörigkeit, Strukturen, Verantwortlichkeiten und besondere Ereignisse wichtig. Im Anschluss folgt die Aufstellung unter den vereinbarten Rahmenbedingungen.

Mittels der Aufstellung wird die Achtsamkeit erhöht und die Wahrnehmung für Beziehungsmuster und -abläufe verbessert. Die Verbindungen, Abhängigkeiten und fehlende Elemente können in Bezug auf bestehende Konflikte und Problematiken erkannt und durch Interaktionen gelöst werden. Es werden neue Zugänge geschaffen und Ressourcen aktiviert.

Welche Aufstellungsformate gibt es?

Je nach Anliegen wird ein entsprechendes Aufstellungsformat gewählt. Dabei wird unterschieden zwischen:

  • Aufstellungsarbeit mit neutralen Repräsentanten (außerhalb der Firma)
  • Aufstellungen mit betroffenen Teams (bsp. Teamkonflikte), hier eignen sich verdeckte Aufstellungen mit dem Team
  • Aufstellungen zu externen Problemen oder allg. Firmenthemen (bsp. Geschäftskontakte, Kundenbedürfnisse, Leitbilder, Unternehmensziele)
  • Einzelaufstellungen in einem Coaching-Prozess