Leadership

Kennen Sie das, in Stresssituationen den eigenen Ansprüchen einer „guten“ Führung nicht mehr gerecht zu werden? Als Erstes – das ist völlig natürlich. In Stresssituationen reagieren wir wieder mit unseren Urinstinkten von Flucht, Kampf oder Totstellen bzw Erstarrung. Unser Nervensystem bekommt das Signal der Bedrohung und stellt auf Autopilot.

Den Autopiloten ausschalten

Der Autopilot führt uns weiter in den Stress, da hinter dem Autopiloten unsere inneren Antreiber sitzen. Sie übernehmen das Steuer mit viel zu hohen Erwartungen an uns selbst, den Drang zum Perfektionismus, einer überhöhten Leistungsorientierung oder der Angst vor Abwertung.

Der Stress resultiert dann nicht aus den anstehenden beruflichen Projekten, sondern aus unserer Reaktion auf den inneren Antreiber. Unsere inneren Antreiber sind jedoch schlechte Ratgeber. Regelmäßige oder ständige Stressreaktionen führen auf Dauer zu körperlichen und mentalen Beeinträchtigungen.

Sie möchten weniger Stress? Dann schalten Sie den Autopiloten ab!

Mentales Training

Mentales Training schult die Fähigkeit mehr Bewusstheit und damit Kontrolle zu erlangen. Die Praxis der Achtsamkeit ist eine wissenschaftlich belegte Methode, Körper und Geist zur Ruhe kommen zu lassen. Sie lernen den starken inneren Drang zu Handeln zu spüren und es nicht zu tun. Sie erkennen, wie sich der Geist in Stresssituation verengt und es an Offenheit und Zugewandheit für Neues mangelt. Sie lernen Ihren ganz eigenen Autopiloten in Stresssituationen kennen. Damit sind Sie in der Lage den immer gleich ablaufenden Reaktionen mit der Haltung der Achtsamkeit zu begegnen und gesünder zu handeln.

Mindful Leadership

Menschen zu führen, ist eine anspruchsvolle Aufgabe und erfordert eine Vielzahl von Fähigkeiten. Neben dem fachlichen Know-How zählen insbesondere die sozialen Kompetenzen. Und gerade die sozialen Kompetenzen leiden enorm in Stresssituationen. Nicht nur die Wahrnehmung für dich selbst geht verloren, auch die Wahrnehmung für die Anderen ist eingeschränkt. Der Kontakt zu anderen Menschen ist von dem erlebten Stress dominiert. Oftmals fallen dabei Aussagen oder Handlungen, die wir am Ende des Tages bereuen. Manches können wir vielleicht in einer ruhigen Minute mit unserem Gegenüber klären, aber manche Beziehungen sind auch nicht mehr zu kitten.

Die Praxis der Achtsamkeit lehrt Führungskräfte mit sich selbst in Kontakt zu kommen, die Gegebenheiten klarer zu sehen, offen zu bleiben und Mitgefühl zu entwickeln.

Um mit sich selbst in Kontakt zu kommen, brauchen wir Ruhe. Bei Führungskräften zeigt sich oft ein mildes Lächeln, dass dies bei ihrem Zeitplan nicht machbar sei. Der Preis für diese Einschätzung ist hoch. Ein voller Terminkalender ist nicht Ausdruck eines Lebens in Fülle.

Der Raum für sich selbst, verschafft auch Raum für die anderen. Der bewusste Atem führt schon zu einer ersten Besinnung auf sich selbst. Die Pause ermöglicht den Raum Informationen zu verarbeiten.

Die Sitzung – ein Praxisbeispiel

Jede Führungskraft trifft sich in regelmäßigen Abständen in Leitungsgesprächen, Projektsitzungen oder Teamsitzungen. Es gibt Sitzungen, wo es an irgendeinem Punkt los geht mit endlosen Diskussionen. Es werden nur noch Meinungen entgegengesetzt, die Angriffe werden persönlicher und die Atmosphäre verschärft sich. An diesem Punkt ist ein produktives Arbeiten nicht mehr möglich. Die Lösung ist nicht der kleinste gemeinsame Nenner, der Abbruch der Sitzung oder das Machtwort bzw die Entscheidung der Leitung.

Mindful Leadership heißt in dieser Situation einen anderen, einen konstruktiveren Umgang finden. Ein Sitzungsverlauf könnte sein, dass alle Teilnehmer Stellung zu dem aktuellen Anliegen nehmen. Danach gehen alle in die Pause, um das Gehörte sacken zu lassen. Und Pause heißt nicht, an den nächsten PC rennen, sondern beispielsweise einen Spaziergang zu machen. Mit dem frischen Geist setzt man sich wieder zur Besprechung zusammen.

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