Bewegungskampagnen in Betrieben

Bewegung im Büro

Wie wichtig sind Bewegungskampagnen in Betrieben?

In den vergangenen Jahren ist ein deutlicher Bewegungsmangel in der Bevölkerung zu beobachten. Wissenschaftliche Studien machen auf den bewegungsarmen Lebensstil und die daraus drastischen Folgen für unsere Gesundheit aufmerksam.

Das viele Sitzen führt zu körperlichen Beschwerden, wie Rückenleiden, Kopfschmerzen, Herz-Kreislauf-Problemen, Fettleibigkeit und zu seelischen Belastungen wie Niedergeschlagenheit, Frustration bis zur Depression.

In Betrieben werden die körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen der Mitarbeiter zu einem immer weiter wachsenden Problem. Nicht nur der Ausfall von Mitarbeitern oder die Einschränkungen der Produktivität sind gefährdet, sondern das ganze System krankt. Der Anstieg an psychischen Störungen nimmt zu, was nicht nur für die betroffenen Personen eine Belastung ist, sondern auch die ganze Umgebung mit einbezieht.

Bewegung als Ressource

Bewegung ist für jeden Menschen und sein Wohlbefinden wichtig. Dabei sprechen wir nicht nur von Sport im klassischen Sinn, sondern von unseren alltäglichen Bewegungsabläufen. Im Büro sind es die vielen kleinen Bewegungsabläufe, die in Summe schon ausreichen können, um den Körper nicht „lahmzulegen“. Mit dem Rad zur Arbeit, Treppensteigen, regelmäßig vom Bürostuhl aufstehen, beim Telefonieren gehen anstatt sitzen, eine bewegte Kaffeepause zahlen auf das Bewegungskonto ein.

Bewegung sollte nicht als Pflichtprogramm oder zur Leistungssteigerung an die Menschen herangetragen werden, um Widerstände bei nicht bewegungsaffinen Menschen gering zu halten. 

Bewegung als natürliche Ressource, als Kraftspender, als Glücksbringer, als sozialen Kitt für mehr zwischenmenschlichen Kontakt stehen eindeutig im Vordergrund einer motivierenden Kampagne. Bewegung ist ein Wohlfühlfaktor.

Bewegungskampagne im Betrieb

Bewegungskampagnen haben zwei Wirkungskreise, die Ansprache der Mitarbeiter nach innen und als Employer Branding nach außen.

Für die Kommunikation nach innen haben wir mitunter eine sehr diverse Zielgruppe von sportlichen Menschen bis zu Menschen mit einem bewegungsarmen Lebensstil. Die Hintergründe sind verschieden und reichen von keine Lust auf Bewegung bis zur Einschränkung aus gesundheitlichen Gründen. Das gilt es zu beachten und im Vorhinein zu klären. 

Sportliche Menschen können sich oft nicht vorstellen, dass Sport oder Bewegung keine Begeisterungsstürme auslöst und gehen zu motiviert an die Sache heran. Es ist wichtig, sich emphatisch in Menschen einzufühlen, um eine adäquate Kommunikation und passende Angebote zu etablieren. 

Organisationen sind Wirtschaftsunternehmen, die auf Effizienz, Profit und Leistung wert legen. Die Ziele der stetigen Optimierung und des Wachstums bestimmen die Dynamik des Systems. Genau hier liegt die kommunikative Herausforderung und die strategische Planung einer Kampagne, nicht in diese Dynamik der Leistungssteigerung und Effizienz einzusteigen, sondern Freude, Gemeinschaft und Entspannung als Gegenpol aufzubauen. Jeder Mitarbeiter soll sich eingeladen fühlen, mitzumachen.

Bei Bewegungsangeboten werden wir immer auch mit Schamgrenzen konfrontiert werden, die in der Arbeitswelt geschützt sein müssen. Vorurteile bilden sich schnell. Der „langsame“ Jogger ist eben nicht der „langsame“ Mitarbeiter. Psychologisch sind wir schnell im Vergleichen und im Bewerten. Diese psychologischen Mechanismen müssen bei der Planung einer Kampagne berücksichtigt werden.

Beispielsweise ist die „Bewegte Pause“ eine gute Idee, muss aber in die Arbeitsstruktur passen. Es gibt Abteilungen, wo genau in der Mittagszeit die Hochphase läuft und es mehr Druck als Belastung bedeuten würde, sich Zeit für Bewegung zu nehmen.

Bausteine einer Kampagne

Individuelle Kampagnenkonzepte beginnen immer erstmal mit einer gründlichen Analyse. Wie ist die Atmosphäre im Betrieb? Die grundsätzlichen Einstellungen zu Sport und Bewegung? Wird bereits etwas angeboten? Wie werden die Angebote angenommen? Wie sind die Arbeitszeiten? Wie sind die Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen? Was sind die häufigsten Erkrankungen? Was wünschen sich die Mitarbeiter? Daraus lassen sich klare Ziele formulieren. 

Eine grundsätzliche Anforderung ist, dass jedes Angebot leicht und unkompliziert in den Arbeitsalltag integriert werden kann. 

Organisatorische Erfolgsfaktoren sind:

– Angebote müssen eine räumliche Nähe zum Arbeitsplatz haben

– geringer Zeitaufwand für die Umsetzung

– Einfach und für Sportanfänger geeignet

– Qualifiziertes Personal als Trainer, die den Trainingsfortschritt bestätigen

Begleitend zu den Angeboten braucht es eine gelungene Kommunikation

Studien zeigen, dass die Reichweite der Angebote sehr beschränkt ist und oft nur 10% der Belegschaft erreicht wird. Für den Aufwand einer Angebotsvielfalt ist das deutlich zu wenig. Die Notwendigkeit in eine strategische und ausgereifte Kommunikation zu investieren, die die Zielgruppen erreicht, ist für einen nachhaltigen Erfolg die Grundlage. 

Die Entwicklung einer Leitbotschaft, eines Kampagnen- Slogans, eine Bilderwelt im Corporate Design, die Einbindung aller internen Kommunikationsmedien und Evaluation-Instrumente runden eine Kampagne ab.

Bei Fragen für eine Bewegungskampagne in Ihrem Haus, wenden Sie sich gerne an mich Dr. Julia Belke

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